Archive for Oktober, 2007

10.30.07

Jetzt geht’s in die Hauptstadt! Ottawa!

Posted in Reisen at 00:37 by Alexandra

Am Donnerstagmorgen haben Lucy und ich uns aufgemacht, um die Hauptstadt Kanadas zu besuchen – Ottawa! Viele haben mir vorher gesagt, dass es nicht wert sei, vier Tage dorthin zu fahren, aber ich muss sagen: Die Stadt war es wert! Wir haben unsere Zeit wirklich genossen. Nun, was haben wir gesehen?

October 25th-28th - Ottawa

Donnerstag
Nach einem 5 ½-stündigen Trip im Greyhound-Bus kamen wir endlich in Ottawa an. Dort angekommen, suchten wir zunächst unser Hostel auf – ein Hostel im Stil einer Jugendherberge, aber was tut man nicht alles, um Geld zu sparen… Es war strahlender Sonnenschein und über zwanzig Grad, sodass wir uns zuerst aufgemacht haben, die Stadt zu besichtigen. Das Parlament, alte Gebäude, viele Statuen… die Stadt ist wirklich unvergleichbar mit Toronto. Im Gegensatz zu Toronto gibt es keine Wolkenkratzer oder ähnliches, die Stadt ist viel grüner und vor allem sehr viel kleiner. Wunderbar also für ein langes Wochenende ausserhalb der Grossstadt! Später am Abend haben wir unseren dritten Mann an der Bushaltestelle abgeholt. Und somit konnte der Kurzurlaub mit unserem Trio – Lucy, Usama und ich – beginnen! Am Abend gab es dann noch ein grosses, leckeres Essen: Etwas, was ich nach unserem dauernden Fast-Food auf dem Campus wirklich sehr gut gebrauchen konnte! Nach dem Essen sind wir dann noch in der Stadt unterwegs gewesen und haben vor allem Fotos mit verschiedenen Statuen gemacht – das Resultat: viele lustige Fotos und eine zerstörte Digitalkamera, die etwas zu tief gefallen ist…

Freitag
Früh aufgestanden, haben wir uns erst einmal aufgemacht, um einen guten Platz für ein Frühstück zu finden. Nach einem traditionellen amerikanischen Frühstück sind wir dann in das Parlament gegangen und sind auf den Turm gestiegen, haben kurz eine Sitzung im House of Commons angeschaut und dann noch eine 45-minütige Führung mitgemacht. Daraufhin haben wir unsere Sightseeing-Tour fortgesetzt, sind viel gelaufen, haben viel gesehen und viele Fotos geschossen… Am Abend gab es dann wieder gutes Essen, danach Getränke in einem Pub und irgendwann spät in der Nacht wieder Schlaf…

Samstag
Am Samstag sind wir wieder früh auf den Beinen gewesen, um zunächst erst einmal ein gutes Frühstück zu geniessen. Im Gegensatz zu Donnerstag und Freitagen hatten wir allerdings nicht so viel Glück mit dem Wetter, es regnete in Strömen. Und – es scheint männlicher Charakter zu sein, dass man keinen Regenschirm hat – wir hatten leider nur zwei Regenschirme. Das führte dazu, dass wir zwar alle halb nass unterwegs waren, aber auch gleichzeitig doppelt soviel Spass hatten! Wegen des schlechten Wetter und wegen Lucys Interesse in Museen, haben wir uns dann in das Museum of Civilisation begeben und dort den halben Tag verbracht. Da Lucys Interesse nicht nachliess, haben wir uns irgendwann zu zweit auf den Weg gemacht, um das Museum wieder zu verlassen – denn vier Stunden Museum sind wirklich genug! Wir sind daraufhin in der Stadt noch ein wenig shoppen gewesen und haben uns dann später zum Abendessen wieder getroffen. Wieder gutes Essen, danach gute Getränke in einem Pub – so lässt es sich leben!

Sonntag
Der Sonntag war kürzer als die anderen Tage, da wir leider wieder zurückfahren mussten… Es war wieder strahlender Sonnenschein und wir haben die Stadt unsicher gemacht. Aber das grösste Erlebnis an diesem Tag war die Greyhound-Busfahrt. Wir kamen relativ früh an der Busstation an und da alle Sitzplätze um unser Gleis belegt waren, hatten wir beschlossen, uns gleich direkt vor die Tür zu stellen. Nicht bewusst, was das für Auswirkungen hat – der Bus sollte erst 45 Minuten später abfahren – fingen die Leute an, hinter uns eine Schlange zu bilden. Denn bei Greyhound gilt – Wer zu spät kommt, den bestrafen die Hunde! Dann hatten wir dort noch eine sehr nette Begegnung… wir unterhielten uns nur darüber, warum das System so kompliziert ist und man selbst mit einem Ticket nicht sicher sein kann, einen Platz zu bekommen… daraufhin kam eine alte Frau brausend auf uns zu und meckerte uns an, dass es nicht ihre Schuld gewesen sei, dass sie den Bus zuvor verpasst habe – sie sei rechtzeitig gewesen – und wir sollten uns nicht über sie lustig machen. Na ja… im Bus haben wir dann darauf geachtet, genug Sicherheitsabstand zu ihr zu haben. Der Bus war voll und einige mussten zwei Stunden auf den nächsten Bus warten.

10.17.07

Die Uni

Posted in Uni at 19:51 by Alexandra

Es ist mal wieder Zeit, ein paar Worte über die Uni hier zu verlieren. Man gewöhnt sich ja an alles. Am Anfang habe ich es kaum geschafft, meine 7 1/2 Stunden am Stück Uni am Mittwoch nicht schlafend durchzuhalten, mittlerweile ist das schon Alltag geworden… ich fühle mich zwar wieder in meine Schulzeit zurückversetzt, aber ich ertrage es wenigstens halbwegs ;-)

Naja… aber Noten für mündlichen Mitarbeit an einer Uni kann ich immer noch nicht verstehen. Es endet in dem absoluten Schwachsinn in den meisten Kursen, dass Studenten einfach nur etwas sagen, um etwas gesagt zu haben, damit sie ein Kreuz neben ihren Namen bekommen. Quantität und nicht Qualität zählt hier!! Der Vorteil für mich ist, dass ich das System verstanden habe und meine Teilnahme auf das konzentrieren kann, was letztendlich benotet wird - auch wenn das Quantität ist. Meine Hand ist einfach durchgehend in der Luft ;-)

Und noch eine Sache, die mir extrem auffällt, ist, dass die Studenten hier nicht in der Lage sind, sich selbst zu organisieren. In St. Gallen lernen wir, unser Studium selbst zu organisieren, rechtzeitig mit den Prüfungsvorbereitungen anzufangen und dann haben wir noch ein ganzes Drittel aller Fächer als “Selbststudium”, also normalerweise gar keine Unterstützung von einem Professor. Hier bekommen die Studenten alles vorgesetzt. Du wirst jede Woche von deinem Professor daran erinnert, wann du die nächste Arbeit abgeben musst, bekommst Hilfestellungen… ein Student hier muss in der Regel nicht mehr als eine Woche im Voraus denken - was schon ganz schön tragisch ist.

 Mein “Lieblingskurs” hier ist und bleibt mein Erstsemesterkurs. Es ist schon seltsam, wenn du selbst dein Studium dieses Semester beendest und deine Kurskollegen noch vier Jahre bis zu diesem Zeitpunkt vor sich haben… aber mittlerweile haben ich sehr lustige Aspekte entdeckt. Wir müssen eine Gruppenarbeit schreiben und meine Gruppe glaubt mir einfach alles, was ich ihnen erzähle. Das einzige, was ich demnächst noch einmal probieren muss, ist, ihnen zu erzählen, dass die Erde eine Scheibe ist…

Ich geniesse die Uni hier, weil es wirklich sehr viel einfacher ist als in St. Gallen. Alle Professoren kennen mich mit Namen und scheinen sich jedes Mal wirklich zu freuen, wenn sie mich sehen. Gerade meine Finance-Professorin scheint mich lieb gewonnen zu haben, weil ich, glaube ich, die einzige bin, die ihre wöchentlichen Arbeiten jeweils fehlerfrei zurückbekommt! Das ist der Vorteil hier… die Kurse sind sehr klein und dadurch, dass meistens Anwesenheitspflichten bestehen, kennen die Professoren die Namen der Studenten.

 

10.08.07

Montréal

Posted in Reisen at 02:36 by Alexandra

Mit ein wenig Verspätung gibt es jetzt auch noch ein paar Worte über Montreal und nicht nur Bilder!

Wir sind über das “lange” Thanksgiving-Wochenende nach Montreal gefahren. In Montreal angekommen, sind meine Zimmergenossin und ich sofort losgezogen, um die Stadt zu besichtigen. Wie soll ich die Stadt beschreiben? Es ist sehr viel europäischer als Toronto, ja, eigentlich ist es eine vollständig europäische Stadt. Der einzige Unterschied ist, dass zwischen den vielen alten Gebäuden Wolkenkratzer stehen, die einen daran erinnern, dass man in Nordamerika ist.

Leider hatten wir nicht ganz so viel Glück mit dem Wetter, wir waren aus Toronto an Temperaturen zwischen 20 und 27 Grad und Sonnenschein gewöhnt, in Montreal waren es aber nur noch knapp über 10. Und dazu kommt, dass wir den gesamten Samstag Regen hatten!

Am Freitag Abend war - wie üblich in einer Gruppe von Austauschstudenten - Party angesagt. Nachdem wir vielleicht um 4 Uhr morgens im Bett waren, sind meine Mitbewohnerin und ich um 7:30 aufgestanden, um eine kleine Wanderung auf den “Mont Royale” zu machen. Um 11:00 haben wir dann den Rest unserer Gruppe zum Frühstück getroffen, dann hatten wir eine lange Stadtführung…. und am Abend habe ich dann noch meine alte “Mitbewohnerin” Andrea getroffen, die im Moment in Montreal ihr Französisch optimiert! Ja, dann später zurück zum Hotel und zur nächsten Party…

Meine Nächte in Montreal waren alle sehr kurz, aber es war eine tolle Zeit - viel gesehen und gleichzeitig viel Party. Sowas wäre nicht schlecht für jedes Wochenende…

Thanksgiving - Montréal